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Donnerstag, 15.06.17

Ausstellung: AUSTRALIENS VERGESSENE FELSBILDER vom 17.6 - 15.10. 2017

Eine Kooperation mit dem Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg
Damm 38-44
26135 Oldenburg





Pressedossier
Delmenhorst, 15.06.2017

AUSTRALIENS VERGESSENE FELSBILDER
Eine wissenschaftliche und künstlerische Expedition zu den Bradshaws
Ausstellung im Landesmuseum Natur und Mensch, Damm 38-44, 26135 Oldenburg
17. Juni 2017 bis 15. Oktober 2017

Vom 17. Juni bis zum 15. Oktober 2017 präsentiert das Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg in Zusammenarbeit mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) die Sonderausstellung „AUSTRALIENS VERGESSENE FELSBILDER“. Anhand von 20 Großfotos, begleitenden wissenschaftlichen Erläuterungen und Werken der bildenden Künstlerin Astrid Weiler entführt diese, in ihrer Art weltweit erste museale Präsentation von Bradshaw Felsbildern, die Besucher in die auch noch heute schwer zugängliche Kimberley-Region im Nordwesten von Australien.

Reto und Astrid Weiler haben mehrere Expeditionen in die Kimberley-Region Australiens auf der Suche nach Bradshaws unternommen und sich ihnen wissenschaftlich und künstlerisch genähert. Dabei sind sie immer wieder auf neue, bislang völlig unbekannte Felsbilder gestoßen, die auch in der Ausstellung zu sehen sind.
Häufig finden sich Felsbilder in heute schwer zugänglichen Stellen und werden meist zufällig entdeckt. Das trifft auch auf die in der Ausstellung „Australiens vergessene Felsbilder“ gezeigten Exponate zu. In der noch heute kaum zugänglichen Kimberley-Region im Nordwesten Australiens finden sich an Felsüberhängen entlang einiger Flussläufe Bilder menschlicher Darstellungen in absolut künstlerischer Vollkommenheit. Fast immer werden diese Menschen in Gruppen gezeigt, eingetaucht in rituelle oder zeremonielle Aktivität. Zur Darstellung werden häufig flächige Stellen des Sandsteines benutzt, die dem Bild eine natürliche Rahmung geben. „Das einmalige Erlebnis der Begegnung mit diesen vollkommenen Felsbildern, deren Narrativ uns tief berührt auch wenn wir es nicht entschlüsseln können, lässt alle Strapazen des Suchens vergessen, da man mit ihnen sich selbst begegnet“ so Reto Weiler.

Erstmals wurden diese Bilder vom Siedler Joseph Bradshaw 1892 beschrieben und werden nach ihm als Bradshaw Figuren benannt. Ihre Verborgenheit in den unzugänglichen Weiten der Kimberley, verbunden mit tropischer Hitze und Überschwemmungen, haben sie sich bis heute dem Blick der Menschen weitgehend entzogen. Ursprung und Bedeutung der Felsbilder sind entsprechend nicht sicher geklärt; Stil und Malweise der Zeichnungen weichen jedenfalls erheblich ab von denen der heute lebenden Aborigines und deren überlieferten Felsbilder. Vielmehr ähneln die über 20.000 Jahre alten Felsmalereien in überraschenden Details denen mancher afrikanischer Felsbilder. Da außerdem in der Kimberley-Region der sonst nur in Afrika heimische Baobab-Baum wächst, die Samen aber nicht salzwassertolerant sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass vor langer Zeit (evtl. infolge des Toba-Vulkanausbruchs vor gut 70.000 Jahren) Menschen von Ostafrika nach Nordwestaustralien kamen und die Samen mitbrachten, gemeinsam mit ihren künstlerischen Ausdrucksweisen. Diesen und anderen Fragen hat sich Reto Weiler wissenschaftlich angenähert.

Felsbilder nehmen in der Kunst, insbesondere in der klassischen Moderne, eine besondere Rolle ein, da sie uns häufig nicht nur aufgrund ihrer stilistischen und künstlerischen Vollkommenheit in Erstaunen versetzen, sondern uns durch die bildliche Darstellung von Ereignissen einen Einblick in längst vergangene Zeiten gewähren und uns so doppelt gefangen nehmen. Die Ethnologin und Künstlerin Astrid Weiler hat sich unter Verwendung von Sand und Ocker mit diesen ältesten künstlerischen Zeugnissen in der ihr eigenen Bildsprache auseinandergesetzt.

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