Sozialwissenschaften am HWK
Sozialwissenschaft wird am HWK verstanden als Gesellschaftswissenschaft. Das heißt, es werden Sektoren, Institutionen und Akteure moderner Gesellschaften in ihren Strukturen, ihrem Zusammenwirken und ihren Effekten analysiert. Dazu gehören die Identifizierung und Untersuchung von neuen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen, z. B. durch Transnationalisierung oder Klimawandel einer Gesellschaft genauso wie die Analyse von Politikfeldern wie Sozial- oder Wirtschaftspolitik.
Ziele sind dabei neben einem besseren Verständnis gesellschaftlicher Prozesse auch deren Optimierung. So können beispielsweise vergleichende Untersuchungen wohlfahrtsstaatlicher Arrangements oder wirtschaftspolitischer Institutionen dazu beitragen, unerwünschte Nebeneffekte zukünftiger Reformen auf diesen Gebieten zu vermeiden oder zumindest zu minimieren.
Auf der Ebene der Analyse sozialen Handelns von Individuen und Kollektiven können sozialwissenschaftliche Untersuchungen dazu beitragen zu verstehen, wie und unter welchen Bedingungen förderliche soziale Zusammenhänge erfolgreich entstehen und, vielleicht noch wichtiger, unter welchen Bedingungen sich dieser Erfolg nicht einstellt und sich einzelne gesellschaftliche Gruppen von einander entfremden.
Der universellen Präsenz des Sozialen geschuldet sind folglich auch die inter- und transdisziplinären Verknüpfungen sozialwissenschaftlicher Forschung am HWK mit den anderen am Kolleg vertretenen Wissenschaftsgebieten, seien es die Meeres- und Klimaforschung, z. B. im Bereich des Klimaschutzes oder die Neuro- und Kognitionswissenschaften, z. B. bei Untersuchungen zum Entscheidungsverhalten von Gruppen und Individuen.
Diesem Verständnis entsprechend heißt dieser Schwerpunkt am HWK Sozialwissenschaften. Neben den Fellows aus den Kerndisziplinen Soziologie und Politikwissenschaft forschen hier auch Wissenschaftler aus benachbarten Disziplinen, wie Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft, Psychologie, Philosophie, Anthropologie, Ethnologie und Kommunikationswissenschaft.
Das HWK hat sich in den letzten Jahren besonders auf den folgenden Gebieten engagiert:
- vergleichende Analyse von Wohlfahrtsstaaten und Sozialpolitik
- Studien zur europäischen Politik und Gesellschaft
- Globalisierung, Transnationalisierung und der damit verbundene Wandel von Staatlichkeit
- demographische Entwicklung
- Gesellschaftstheorie und politische Theorie und Ideengeschichte
- Umweltsoziologie und Umweltpolitik
Das HWK ermutigt gegenwärtige und zukünftige Fellows ausdrücklich dazu, neue Themen aufzugreifen und in die Forschungslandschaft der Nordwestregion hineinzutragen.
Gefördert werden vom HWK Gastaufenthalte (Fellowships) von drei bis zehn Monaten, bzw. Junior Fellowships von bis zu 12 Monaten. Als regionale Kooperationspartner kommen unter anderem – neben den einschlägigen Universitätsinstituten – folgende renommierte Einrichtungen in Betracht:
- das Zentrum für Sozialpolitik (ZeS, Universität Bremen)
- das Zentrum für Methoden der Sozialwissenschaften
(MSW, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) - die Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) der Universität Bremen und der Jacobs University Bremen
- der Sonderforschungsbereich 597 der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG) "Staatlichkeit im Wandel" der Universität Bremen und der Jacobs University Bremen.
Nähere Auskünfte unter der E-Mail-Adresse: sfuchs[ at ]h-w-k.de.
