Rekonstruktive Sozialforschung

Koordination: Dr. Susanne Fuchs (HWK)

Mitglieder:

  • Dr. Ursula Blömer, Universität Oldenburg
  • Prof. Dr. Detlef Garz, Universität Mainz (Speaker)
  • Prof. Dr. phil. habil. Klaus Kraimer, Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW)
  • apl. Prof. Dr. Ulrike Nagel, Universität Magdeburg
  • Prof. Dr. Ulrich Oevermann, Universität Frankfurt
  • Prof. Dr. rer. pol. habil. Gerhard Riemann, Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg
  • Prof. Dr. Fritz Schütze, Universität Magdeburg

Junior Researcher (Wissenschaftlicher Nachwuchs):

  • Dr. Carsten Detka, Universität Magdeburg
  • Dr. Manuel Franzmann, Universität Frankfurt (seit 1. Juni 2013)
  • Dr. Matthias Jung, Universität Frankfurt (seit 04. Februar 2014)
  • Dr. Anja Wildhagen, Universität Magdeburg
  • Prof. Dr. Boris Zizek, Leibniz Universität Hannover 

Laufzeit

15. August 2013 - 14. August 2019

Während der ‚interpretive turn‘ in den Sozialwissenschaften schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert vollzogen ist, haben sich innerhalb dieses Paradigmas erst nach und nach jene Verfahren herauskristallisiert, die zwar vor dessen Hintergrund ihre Wirkung entfalten, aber doch durch eine Reihe von spezifischen Annahmen einen eigenständigen Status beanspruchen können. Dazu gehören im deutschen Sprachraum vor allem die von den beiden Mitgliedern der Study Group ausgearbeiteten Verfahren der soziolinguistischen Prozessanalyse (narratives Interview und narrationsstrukturelle Auswertungsmethode sensu Fritz Schütze) sowie die von Ulrich Oevermann entwickelte Auswertungsmethode der Objektiven Hermeneutik.
Die beiden Ansätze sollen innerhalb der Study Group zum ersten Mal direkt – und unter Einbezug der beiden  Hauptvertreter – einem Vergleich unterzogen werden, der zudem nicht nur auf einer theoretischen bzw. methodologischen Ebene erfolgt, sondern empirisch-sachhaltig an unterschiedlichen Materialien (Protokollen) vorgenommen wird. Schließlich sollen einerseits Vergleiche zu anderen Verfahren innerhalb des Spektrums sowohl der interpretativen als auch der rekonstruktiven Ansätze vorgenommen werden, andererseits soll über den Einsatz und die Anwendungsbedingungen der beiden Verfahren in weiteren wissenschaftlichen Disziplinen (Psychologie, Ethnologie, Sozialarbeit etc.) gearbeitet werden.

Ziele/Produkte:

Einerseits eine Buch-Veröffentlichung, die im theoretischen Teil die beiden Methoden in ihrer jeweiligen (neuesten) Gestalt sowie im Vergleich und in der Kontrastierung darstellt. Im praktischen Teil sollen Auswertungen vorgelegt werden, die sich auf die Interviews zur biographischen Entwicklung nach ‚der‘ Wende beziehen. Im Schlussteil der Arbeit werden Verallgemeinerungen bzw. Typenbildungen im Sinne einer Theoriebildung (mittlerer Reichweite) vorgenommen.
Andererseits wird die Gelegenheit ergriffen werden,

  • (Zwischen) Ergebnisse der Workshops zu publizieren sowie
  • auf unterschiedlichen Tagungen (auch in anderen Wissenschaftsbereichen) im In- und Ausland Vorträge zu platzieren und diese auch entsprechend in Fachzeitschriften zu veröffentlichen.

Die konstitutierende Sitzung der Study Group fand am 16. und 17. Dezember 288 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit dem Schwerpunkt (biographische) Interkulturalität statt.