Die Rolle Europas in einer veränderten Welt: Die EU braucht eine Zukunft mit den Säulen Wirtschafts- und Währungsunion

Der Wirtschaftswissenschaftler und Direktor des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen, Prof. Dr. Rudolf Hickel, hält am Montag, den 18. Juni um 19:30 Uhr, im Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) einen öffentlichen Vortrag. 

 

Alle reden von der tiefen, ja systemischen Krise der EU. Dafür stehen der Brexit, die nach Griechenland jetzt durch Italien scheinbar bedrohte Währungsunion, die Gefahr einer konservativen Renationalisierung vor allem durch osteuropäische Mitgliedsländer, der mangelnde Wille zum Ausbau der Wirtschafts- und Währungsunion, aber auch das bisherige Scheitern einer vergemeinschafteten Flüchtlingspolitik.

Trotz dieser berechtigten Kritik betont der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Rudolf Hickel in seinem Vortrag gerade auch die Erfolgsstory der EU. Dazu gehören u.a. die gemeinschaftlich regionale Wirtschaftsstrukturpolitik und die Maßnahmen zum sozialen Ausgleich innerhalb des EU-Haushalts. Das wichtigste Erfolgsprojekt sei aber die Durchsetzung der gemeinsamen Währungsunion mit dem Maastrichter Vertrag. 

Prof. Dr. Rudolf Hickel skizziert eine Perspektive für die Zukunft der EU. Dabei spielen die Vorschläge von Emmanuel Macron zur Vergemeinschaftung der Finanz- und Wirtschaftspolitik eine große Rolle. Wenn es noch eines Impulses für den Ausbau der EU bedürfte, dann ist es der Trumpsche „American-First“-Imperialismus, der an die Stelle einer regulierten Weltordnung mit negativen Folgen auch  für die USA nationale Interessen setzt.

Der Vortrag ist Teil der „Hanse-Vorträge“ unter dem Jahresthema „Leben in einer globalen Welt – Risiken, Herausforderungen, Chancen“. 

 

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Globalisierung und Wachstum

Öffentlicher Vortrag im HWK am 10. September um 19.30 Uhr


Globalisierung wurde seit den 19900er Jahren als ein neuer Motor des wirtschaftlichen Wachstums gefeiert und als Begründung darauf verwiesen, dass die Entgrenzung einer Welt, die im Kalten Krieg geteilt war, Transaktionskosten verringere und die Mechanismen des Marktes in immer mehr Weltregionen gegenüber politischen Interventionen zur Geltung bringe. Dies sichere Wohlstandsgewinne und ermögliche konsequenterweise die Ausdehnung demokratischer Ordnungen.
Dieses naive Szenario trifft inzwischen auf wachsende Skepsis, ohne dass die Zentralität der Globalisierungsdiagnose grundsätzlich in Frage gestellt würde.
Was hat also Globalisierung mit Wachstum zu tun? Ist dies eine Frage, die sich erst seit 1989 stellt oder hat sie einen längeren historischen Vorlauf? Und was bedeutet es, Wachstum und globale Herausforderungen des Anthropozän (also jener erdgeschichtlichen Epoche, die vom Eingreifen des Menschen substantiell geprägt ist) miteinander in Beziehung zu setzen?
Der Vortrag gibt einen Überblick zur Globalisierungsdiskussion der letzten drei Jahrzehnte und formuliert Antworten auf die oben genannten Fragen.

Dr. Matthias Middell ist Professor für Kulturgeschichte an der Universität Leipzig, wo er das Global and European Studies Institute leitet. 2007 lehrte er an der Duke University als Fulbright Professor für Transnationale Geschichte, seit 2016 leitet er in Leipzig den Sonderforschungsbereich „Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen“. Er ist seit 1991 Herausgeber von Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte.