Eine Rektorin für das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK)

Die Bremer Professorin für Kognitive Neuroinformatik, Prof. Dr. Kerstin Schill, wird zum 01. Oktober 2018 neue Rektorin des Hanse-Wissenschaftskollegs (HWK) in Delmenhorst, gemäß des Beschlusses des HWK Stiftungsrates.

Frau Prof. Schill tritt damit die Nachfolge des Neurobiologen Prof. Dr. Reto Weiler an, dessen Amtszeit am 01. September 2008 begann und am 30. September 2018 endet.

Prof. Schill studierte Informatik an der TU München und promovierte in Humanbiologie an der LMU München. Seit 2003 ist sie Leiterin des Instituts für „Kognitive Neuroinformatik“ der Universität Bremen. Prof. Schill war bisher Dekanin des Fachbereichs Informatik/Mathematik und Sprecherin des Wissenschaftsschwerpunktes „Minds/Media/Machines“ der Universität Bremen. Seit einigen Jahren ist sie ebenfalls Senatorin der Deutschen Forschungsgesellschaft.

„Ich habe mich entschieden dieses Amt anzunehmen, weil am HWK echte Interdisziplinarität gelebt wird und das HWK ein Forum bildet für die Wissenschaftsregion Nordwest mit den Universitäten in Oldenburg und in Bremen. Die vier Themenbereiche des HWKs sehe ich dabei als zentrale Forschungsthemen der Zukunft, die auch unsere Gesellschaft wesentlich beeinflussen werden. Ein Bindeglied zwischen den Themen wird die zukünftige Digitalisierung sein, die unser Wissenschaftsverständnis aber auch die Auswirkungen auf das soziale Miteinander prägen wird. Ich würde mich freuen, wenn wir es schaffen, gemeinsam mit den Fellows hierzu wichtige Fragen zu stellen und zu beantworten.“

In dem 1997 gegründeten Hanse-Wissenschaftskolleg, einer Stiftung der Länder Niedersachsen und Bremen sowie der Stadt Delmenhorst, bekommen internationale Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher sowie herausragende Nachwuchswissenschaftler als Fellows die Möglichkeit, sich frei von Verpflichtungen und administrativen Zwängen für eine gewisse Zeit auf selbst gewählte Arbeitsvorhaben zu konzentrieren. Viele der eingeladenen Fellows sind in Kooperationsprojekte mit den umliegenden Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen eingebunden und geben so der Wissenschaftsregion Nordwest zusätzliche Schubkraft. Durch Vortragsreihen und Tagungen stellt sich das HWK zudem immer wieder gesellschaftlich relevanten Fragen.

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Globalisierung und Wachstum

Öffentlicher Vortrag im HWK am 10. September um 19.30 Uhr


Globalisierung wurde seit den 19900er Jahren als ein neuer Motor des wirtschaftlichen Wachstums gefeiert und als Begründung darauf verwiesen, dass die Entgrenzung einer Welt, die im Kalten Krieg geteilt war, Transaktionskosten verringere und die Mechanismen des Marktes in immer mehr Weltregionen gegenüber politischen Interventionen zur Geltung bringe. Dies sichere Wohlstandsgewinne und ermögliche konsequenterweise die Ausdehnung demokratischer Ordnungen.
Dieses naive Szenario trifft inzwischen auf wachsende Skepsis, ohne dass die Zentralität der Globalisierungsdiagnose grundsätzlich in Frage gestellt würde.
Was hat also Globalisierung mit Wachstum zu tun? Ist dies eine Frage, die sich erst seit 1989 stellt oder hat sie einen längeren historischen Vorlauf? Und was bedeutet es, Wachstum und globale Herausforderungen des Anthropozän (also jener erdgeschichtlichen Epoche, die vom Eingreifen des Menschen substantiell geprägt ist) miteinander in Beziehung zu setzen?
Der Vortrag gibt einen Überblick zur Globalisierungsdiskussion der letzten drei Jahrzehnte und formuliert Antworten auf die oben genannten Fragen.

Dr. Matthias Middell ist Professor für Kulturgeschichte an der Universität Leipzig, wo er das Global and European Studies Institute leitet. 2007 lehrte er an der Duke University als Fulbright Professor für Transnationale Geschichte, seit 2016 leitet er in Leipzig den Sonderforschungsbereich „Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen“. Er ist seit 1991 Herausgeber von Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte.