Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) Gastgeber des Jahrestreffens des internationalen Netzwerks der Institutes for Advanced Study (NetIAS)

Das HWK war am 27. April Gastgeber des renommierten "Network of European Institutes for Advanced Study" (NetIAS). Repräsentanten der europäischen Wissenschaftskollegs trafen sich zu ihrem jährlichen Geschäftstreffen in Delmenhorst.


Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von 22 europäischen Kollegs, neben dem Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst auch das Wissenschaftskolleg zu Berlin, das Freiburger Institute for Advanced Study und das Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung aus Deutschland. Die gemeinsame Verpflichtung zur Förderung akademischer Exzellenz und dem interdisziplinären und internationalen Austausch an einem geschützten Ort des Verstehens, wurde auch bei diesem Treffen wieder bekräftigt. In Delmenhorst trafen sich in diesem Jahr neben den deutschen Kollegen Teilnehmer aus Frankreich, Ungarn, Norwegen, der Schweiz, Großbritannien, Dänemark, Finnland, Österreich, den Niederlanden, Schweden, Polen, Israel, Schottland und Spanien.


Von NetIAS initiiert ist das von der Europäischen Kommission ko-finanzierte Fellowship-Programm EURIAS. Das HWK nimmt seit 2013 daran teil. Vom 27.04. bis zum 29.04. trafen sich die Wissenschaftler der Fellow-Kohorte 2016/17 und die Vertreter der teilnehmenden Institute zu einem regen wissenschaftlichen Austausch ebenfalls am HWK. Dabei präsentierten sich auch die HWK EURIAS-Fellows Prof. Dr. Tamer Amin von der American University of Beirut im Libanon, Dr. Thierry Ribault von der Université de Lille in Frankreich und Prof. Dr. Margarita Balmaceda von der Seton Hall University in den USA und stellten ihre Projekte vor.

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Globalisierung und Wachstum

Öffentlicher Vortrag im HWK am 10. September 2018 um 19.30 Uhr


Globalisierung wurde seit den 1990er Jahren als ein neuer Motor des wirtschaftlichen Wachstums gefeiert und als Begründung darauf verwiesen, dass die Entgrenzung einer Welt, die im Kalten Krieg geteilt war, Transaktionskosten verringere und die Mechanismen des Marktes in immer mehr Weltregionen gegenüber politischen Interventionen zur Geltung bringe. Dies sichere Wohlstandsgewinne und ermögliche konsequenterweise die Ausdehnung demokratischer Ordnungen.
Dieses naive Szenario trifft inzwischen auf wachsende Skepsis, ohne dass die Zentralität der Globalisierungsdiagnose grundsätzlich in Frage gestellt würde.
Was hat also Globalisierung mit Wachstum zu tun? Ist dies eine Frage, die sich erst seit 1989 stellt oder hat sie einen längeren historischen Vorlauf? Und was bedeutet es, Wachstum und globale Herausforderungen des Anthropozän (also jener erdgeschichtlichen Epoche, die vom Eingreifen des Menschen substantiell geprägt ist) miteinander in Beziehung zu setzen?
Der Vortrag gibt einen Überblick zur Globalisierungsdiskussion der letzten drei Jahrzehnte und formuliert Antworten auf die oben genannten Fragen.

Dr. Matthias Middell ist Professor für Kulturgeschichte an der Universität Leipzig, wo er das Global and European Studies Institute leitet. 2007 lehrte er an der Duke University als Fulbright Professor für Transnationale Geschichte, seit 2016 leitet er in Leipzig den Sonderforschungsbereich „Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen“. Er ist seit 1991 Herausgeber von Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte.