Klänge des Willkommens: Geflohene Kinder machen gemeinsam Musik

Vorstellung eines in Delmenhorst durchgeführten Forschungsprojekts und erster Ergebnisse
(Dr. Ailbhe Kenny, Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg)

Termin: Freitag, 22. Juni 2018, 11:00 – 13:00 Uhr

Veranstaltungsort: Hanse-Wissenschaftskolleg, Lehmkuhlenbusch 4, 27753 Delmenhorst

 

Dr. Ailbhe Kenny aus Irland, seit September 2017 und noch bis Ende Juni 2018 als Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK), hat in den vergangenen Monaten im Rahmen ihres Forschungsprojekts zur Bedeutung und Wirkung von Musikunterricht für Flüchtlingskinder intensiv mit Kindern in der Flüchtlingsunterkunft „Kaserne-West“ in Delmenhorst-Adelheide gearbeitet. Das Projekt und erste Ergebnisse wird die Wissenschaftlerin in einer Gesprächsrunde am HWK Akteuren aus Delmenhorst (Stadtverwaltung, AWO usw.) vorstellen.

Das Projekt wurde in Kooperation mit der Delmenhorster Stadtverwaltung und der AWO Delmenhorst in der bereits erwähnten Sammelunterkunft durchgeführt.  Es ging im Projekt beispielsweise darum zu untersuchen, wie Musik sowohl individuell wie auch in Gruppen betrieben wird, wie Musik sozial und kulturell eingesetzt wird, wie sich Kinder beim Musizieren verhalten, wie sie interagieren und nicht zuletzt, welche Bedeutung Musik in dem Leben der Kinder (Altersgruppe 7 – 13) von Asylbewerbern/Flüchtlingen in einem spezifisch deutschen Kontext hat.  Dazu leitete  die Wissenschaftlerin selbst 14 Musik-Workshops in der Gemeinschaftsunterkunft   und beobachtete Unterricht an einigen der von den Kindern besuchten Delmenhorster Schulen. Außerdem wurden  Kinder, Eltern, Betreuer*innen und Lehrkräfte interviewt.

Dr. Ailbhe Kenny, gegenwärtig im Rahmen eines durch die EU teilfinanzierten Programms EURIAS Fellow am HWK, ist Dozentin für Musikerziehung am Mary Immaculate College der Universität Limerick, Irland. Vor Beginn ihrer akademischen Laufbahn war sie u.a. Lehrerin im Primarbereich und Mitarbeiterin in einem Kulturzentrum für Kinder.

 

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Globalisierung und Wachstum

Öffentlicher Vortrag im HWK am 10. September um 19.30 Uhr


Globalisierung wurde seit den 19900er Jahren als ein neuer Motor des wirtschaftlichen Wachstums gefeiert und als Begründung darauf verwiesen, dass die Entgrenzung einer Welt, die im Kalten Krieg geteilt war, Transaktionskosten verringere und die Mechanismen des Marktes in immer mehr Weltregionen gegenüber politischen Interventionen zur Geltung bringe. Dies sichere Wohlstandsgewinne und ermögliche konsequenterweise die Ausdehnung demokratischer Ordnungen.
Dieses naive Szenario trifft inzwischen auf wachsende Skepsis, ohne dass die Zentralität der Globalisierungsdiagnose grundsätzlich in Frage gestellt würde.
Was hat also Globalisierung mit Wachstum zu tun? Ist dies eine Frage, die sich erst seit 1989 stellt oder hat sie einen längeren historischen Vorlauf? Und was bedeutet es, Wachstum und globale Herausforderungen des Anthropozän (also jener erdgeschichtlichen Epoche, die vom Eingreifen des Menschen substantiell geprägt ist) miteinander in Beziehung zu setzen?
Der Vortrag gibt einen Überblick zur Globalisierungsdiskussion der letzten drei Jahrzehnte und formuliert Antworten auf die oben genannten Fragen.

Dr. Matthias Middell ist Professor für Kulturgeschichte an der Universität Leipzig, wo er das Global and European Studies Institute leitet. 2007 lehrte er an der Duke University als Fulbright Professor für Transnationale Geschichte, seit 2016 leitet er in Leipzig den Sonderforschungsbereich „Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen“. Er ist seit 1991 Herausgeber von Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte.