Öffentlicher Vortrag: "Außenpolitik im Bann der Öffentlichkeit"

Prof. Dr. Peter Hoeres (Universität Würzburg)

20. November 2017, 19.30 Uhr

Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK)

Lehmkuhlenbusch 4, 27753 Delmenhorst

Prof. Dr. Peter Hoeres

Der Historiker und Professor für Neueste Geschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Peter Hoeres, wird in einem öffentlichen Vortrag mit Rückblick auf die Geschichte die konfliktreiche Beziehung von Außenpolitik und Öffentlichkeit in den Medien vorstellen.

Der Vortrag behandelt markante Ereignisse und Entwicklungen im Verhältnis von Außenpolitik und Öffentlichkeit im 20. Jahrhundert. Von der Versenkung der Lusitania im Ersten Weltkrieg über den Atombombenabwurf auf Hiroshima bis hin zum Irakkrieg spannt sich der Bogen. Neue Formen der Außenpolitik reagieren auf die Medialisierung der Öffentlichkeit. Die Öffentlichkeit fungierte als Resonanzraum, Vetospieler und Agenda-Setter, sie konnte die Außenpolitik und ihre Eigenlogik aber auch nicht vollständig determinieren. Es zeigen sich zudem immer wieder neue Formen der Geheimpolitik, die zwar durch Leaks irritiert werden, damit aber nicht obsolet werden.

Zum Schluss des Vortrags werden die Gegenwartsprobleme von Außenpolitik im Zeichen von Twitter, Wikileaks und Meinungsumfragen anhand prominenter Beispiele diskutiert.

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Globalisierung und Wachstum

Öffentlicher Vortrag im HWK am 10. September um 19.30 Uhr


Globalisierung wurde seit den 19900er Jahren als ein neuer Motor des wirtschaftlichen Wachstums gefeiert und als Begründung darauf verwiesen, dass die Entgrenzung einer Welt, die im Kalten Krieg geteilt war, Transaktionskosten verringere und die Mechanismen des Marktes in immer mehr Weltregionen gegenüber politischen Interventionen zur Geltung bringe. Dies sichere Wohlstandsgewinne und ermögliche konsequenterweise die Ausdehnung demokratischer Ordnungen.
Dieses naive Szenario trifft inzwischen auf wachsende Skepsis, ohne dass die Zentralität der Globalisierungsdiagnose grundsätzlich in Frage gestellt würde.
Was hat also Globalisierung mit Wachstum zu tun? Ist dies eine Frage, die sich erst seit 1989 stellt oder hat sie einen längeren historischen Vorlauf? Und was bedeutet es, Wachstum und globale Herausforderungen des Anthropozän (also jener erdgeschichtlichen Epoche, die vom Eingreifen des Menschen substantiell geprägt ist) miteinander in Beziehung zu setzen?
Der Vortrag gibt einen Überblick zur Globalisierungsdiskussion der letzten drei Jahrzehnte und formuliert Antworten auf die oben genannten Fragen.

Dr. Matthias Middell ist Professor für Kulturgeschichte an der Universität Leipzig, wo er das Global and European Studies Institute leitet. 2007 lehrte er an der Duke University als Fulbright Professor für Transnationale Geschichte, seit 2016 leitet er in Leipzig den Sonderforschungsbereich „Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen“. Er ist seit 1991 Herausgeber von Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte.