Öffentlicher Vortrag: "Der Aufstieg populistischer Bewegungen und ihre Bedeutung für die demokratische Kultur"

Prof. Dr. Karin Priester (Universität Münster)

14. August 2017, 19.30 Uhr

Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK)

Lehmkuhlenbusch 4, 27753 Delmenhorst

"Populismus" hat seine mediale Karriere erst um 1989 angetreten, aber das Phänomen ist, auch in Europa, älter und geht schon auf die 1970er Jahre zurück. Dabei lassen sich eine nationalpopulistische und eine nationalliberale Variante unterscheiden.

Prof. Karin Priester wird in dem öffentlichen Vortrag den Ursachen auf soziostruktureller, politischer und kultureller Ebene nachgehen und nach den Folgen rechtspopulistischer Strömungen fragen: Renationalisierungstendenzen, wachsende EU-Skepsis und Rückkehr zu nationalen Alleingängen (Brexit, Abwehr der Quotierung von Asylbewerbern in fast allen europäischen Ländern, Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten).
Deutschland galt lange als populismusresistenter Sonderfall, muss aber inzwischen mit einem Newcomer am rechten Rand rechnen. Wie ist der Rechtspopulismus einzuschätzen? Ist er eine Gefahr für die Demokratie, oder kann er auch ein nützliches Korrektiv sein? Bei Interesse bietet die Referentin an, abschließend noch ein Blick auf den Linkspopulismus (Parti de gauche, Podemos, Syriza) zu werfen.

Karin Priester ist seit 2007 emeritierte Hochschullehrerin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Politische Soziologie an der Universität Münster. Sie absolvierte ein Studium der Romanistik, Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft in Köln, Aix-en-Provence, Berlin und Florenz.

 

Eine Auswahl neuerer Buch – und Zeitschriftenveröffentlichungen:

  • Warum Europäer in den Heiligen Krieg ziehen. Der Dschihadismus als rechtsradikale Jugendbewegung, Frankfurt/M. 2017
  • Mystik und Politik. Ernesto Laclau, Chantal Mouffe und die radikale Demokratie, Würzburg 2014
  • Rechter und linker Populismus. Annäherung an ein Chamäleon, Frankfurt/M. 2012
  • Populismus – historische und aktuelle Erscheinungsformen, Frankfurt/M. 2007
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Globalisierung und Wachstum

Öffentlicher Vortrag im HWK am 10. September um 19.30 Uhr


Globalisierung wurde seit den 19900er Jahren als ein neuer Motor des wirtschaftlichen Wachstums gefeiert und als Begründung darauf verwiesen, dass die Entgrenzung einer Welt, die im Kalten Krieg geteilt war, Transaktionskosten verringere und die Mechanismen des Marktes in immer mehr Weltregionen gegenüber politischen Interventionen zur Geltung bringe. Dies sichere Wohlstandsgewinne und ermögliche konsequenterweise die Ausdehnung demokratischer Ordnungen.
Dieses naive Szenario trifft inzwischen auf wachsende Skepsis, ohne dass die Zentralität der Globalisierungsdiagnose grundsätzlich in Frage gestellt würde.
Was hat also Globalisierung mit Wachstum zu tun? Ist dies eine Frage, die sich erst seit 1989 stellt oder hat sie einen längeren historischen Vorlauf? Und was bedeutet es, Wachstum und globale Herausforderungen des Anthropozän (also jener erdgeschichtlichen Epoche, die vom Eingreifen des Menschen substantiell geprägt ist) miteinander in Beziehung zu setzen?
Der Vortrag gibt einen Überblick zur Globalisierungsdiskussion der letzten drei Jahrzehnte und formuliert Antworten auf die oben genannten Fragen.

Dr. Matthias Middell ist Professor für Kulturgeschichte an der Universität Leipzig, wo er das Global and European Studies Institute leitet. 2007 lehrte er an der Duke University als Fulbright Professor für Transnationale Geschichte, seit 2016 leitet er in Leipzig den Sonderforschungsbereich „Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen“. Er ist seit 1991 Herausgeber von Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte.