Öffentlicher Vortrag: Windenergie in Norwegen und Deutschland – ein Vergleich

Prof. Dr. Michael Muskulus (Norwegen)

Zeit: Montag, 15. Mai 2017, 19:30 Uhr

Ort: Hanse-Wissenschaftskolleg

Lehmkuhlenbusch 4, 27753 Delmenhorst

2017 fördern zum ersten Mal gemeinsam der Verein der Freunde und Förderer des Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst e.V. und die Delmenhorster Universitätsgesellschaft e.V. ein Projekt am HWK: ein besonderes Kurzzeit-Fellowship. Dank dieser Förderung kann das HWK Prof. Dr. Michael Muskulus für eine Woche im Mai 2017 nach Delmenhorst einladen. Prof. Muskulus lehrt seit einigen Jahren in Trondheim (Norwegen) an der Technischen Universität. Als Professor im Department für Bau- und Umweltingenieurwesen forscht er in erster Linie dazu, wie Strukturen von Windenergieanlagen optimiert werden können, aber auch zu möglichen Alternativkonzepten im Bereich der Windenergienutzung.

Während seines Aufenthaltes am HWK wird er am 15. Mai einen öffentlichen Vortrag halten zum Thema

"Windenergie in Norwegen und Deutschland – ein Vergleich".

Norwegen ist eines der demokratischsten und weltweit am meisten entwickelten Länder, ein beliebtes Urlaubsland, aber auch ein wichtiger Handelspartner Deutschlands. Trotz der relativ isolierten Lage im hohen Norden Europas gilt das Land als Vorreiter auf vielen Gebieten, beispielsweise der Gleichberechtigung. Die Erschliessung der Ölreserven im Atlantik hat die Entwicklung der letzten 40 Jahre stark beinflusst und Norwegen von einem der ärmeren Länder Europas zu einem der reichsten der Welt gemacht. Dennoch wird, dank reichhaltiger Naturreserven, Elektrizität beinahe ausschliesslich auf Basis von Wasserkraft produziert. Derzeit ist Elektrizität relativ günstig für den Endverbraucher, und der Energieverbrauch pro Person ist einer der weltweit höchsten. Norwegen hat die politische Ambition, im Jahre 2030 vollständig CO²-neutral zu sein, was unter anderem durch den intensiven Ausbau der Elektromobilität stimuliert wird. In den letzten Jahren versucht die Regierung verstärkt den Nutzen der Windenergie zu stimulieren.

Der Referent wird in seinem Vortrag zunächst die Entwicklung der Windenergie in Norwegen vorstellen, mit Augenmerk auf die andersgearteten Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Darüberhinaus wird er die Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede mit der Entwicklung in Deutschland aufzeigen. Was sind die jeweiligen Perspektiven und Möglichkeiten für die Zukunft? Und was können beide Länder von den Erfahrungen des anderen lernen?



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Globalisierung und Wachstum

Öffentlicher Vortrag im HWK am 10. September um 19.30 Uhr


Globalisierung wurde seit den 19900er Jahren als ein neuer Motor des wirtschaftlichen Wachstums gefeiert und als Begründung darauf verwiesen, dass die Entgrenzung einer Welt, die im Kalten Krieg geteilt war, Transaktionskosten verringere und die Mechanismen des Marktes in immer mehr Weltregionen gegenüber politischen Interventionen zur Geltung bringe. Dies sichere Wohlstandsgewinne und ermögliche konsequenterweise die Ausdehnung demokratischer Ordnungen.
Dieses naive Szenario trifft inzwischen auf wachsende Skepsis, ohne dass die Zentralität der Globalisierungsdiagnose grundsätzlich in Frage gestellt würde.
Was hat also Globalisierung mit Wachstum zu tun? Ist dies eine Frage, die sich erst seit 1989 stellt oder hat sie einen längeren historischen Vorlauf? Und was bedeutet es, Wachstum und globale Herausforderungen des Anthropozän (also jener erdgeschichtlichen Epoche, die vom Eingreifen des Menschen substantiell geprägt ist) miteinander in Beziehung zu setzen?
Der Vortrag gibt einen Überblick zur Globalisierungsdiskussion der letzten drei Jahrzehnte und formuliert Antworten auf die oben genannten Fragen.

Dr. Matthias Middell ist Professor für Kulturgeschichte an der Universität Leipzig, wo er das Global and European Studies Institute leitet. 2007 lehrte er an der Duke University als Fulbright Professor für Transnationale Geschichte, seit 2016 leitet er in Leipzig den Sonderforschungsbereich „Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen“. Er ist seit 1991 Herausgeber von Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte.